Sind Rechenzentren auf dem Weg zur Commodity?

Rechenzentrum Commodity

Foto von: C. Nöhren / pixelio.de

Für die meisten, die sich im Cloud-Business bewegen, ist es leicht zu denken, dass die Auswahl des Rechenzentrums irrelevant ist. Obwohl natürlich das Rechenzentrum (RZ) eine große Rolle in der gesamten Kette der Cloud-Services spielt, kann man trotzdem denken, dass die RZ irgendwie alle vergleichbar sind bei der Suche nach IaaS und SaaS Plattformen.

Wenn man das so annimmt, ist es leicht vorstellbar, dass die Margen bei Cloud Computing-Services eher bei dem Cloud Provider liegen, anstatt beim Rechenzentrumsbetreiber.

Eigentlich ist das RZ aber weit entfernt davon, eine Commodity
zu werden.

Was ist eine Commodity?

Eine Beschreibung von Gabler Wirtschaftslexikon. Typischerweise gibt es drei Anzeichen:

  • Das gleiche Produkt
  • Die gleiche Qualität
  • Der gleiche Preis

Da die Produkte vergleichbar sind, werden Commodity-Produkte gerne auf speziellen Plattformen gehandelt, weil es eben so nett vergleichbar ist.

Rechenzentren unterscheiden sich jedoch in der Aufteilung, Platz, Stromkapazität, Internetanschlüssen, Servicelevels und der Lage. Diese Faktoren beeinflussen direkt den Preis und die Qualität der Rechenzentrumsleistungen.

Preise eines Racks im Rechenzentrum

Typische Preise übrigens für ein ganzes Rack sind ca. 20 EUR pro Tag. Und mit diesen 20 EUR pro Tag wird die IT von großen Unternehmen betrieben, die viele Millionen EUR pro Tag umsetzen. Hier wird im Markt der Preis sehr genau verglichen. Es gibt einige Low-Cost-Anbieter.

Ich denke, dass es genau dieser schwierige Wechsel vom RZ weg ist, der es großen Providern immer noch erlaubt trotz immer mehr auftauchender Rechenzentren immer noch fantastische Margen zu verdienen. Und es ist kein Ende in Sicht, denn Rechenzentren werden immer mehr gebraucht.

Ob man als kleiner Provider jedoch auch dort aufsprigen soll ist eine andere Frage – ein gut durchdachtes und am Ende auch wirtschaftlich funktionierendes Rechenzentrum erfordert einen hohen Kapitaleinsatz und hohe laufende Kosten.

Rechenzentrumswechsel

Für Kunden sind die Kosten von einem Rechenzentrum in ein anderes zu wechseln meist sehr hoch, denn sie haben spezielle Systeme dort installiert. Insofern gibt es da keine ständige Fluktuation. Anstatt jederzeit zu einem etwas günstigeren Provider zu wechseln (der ja immer mal wieder auftaucht) blieben die Kunden meist und warten auf ein Technologieupdate im Rechenzentrum, das ja regelmäßig durchgeführt wird.

 

 

Geschäftsführer eines IT-Dienstleisters aus Hamburg. Jens Hagel hat seit 2004 Erfahrung in der Betreuung von komplexen IT-Strukturen. Sei es nun Cloud Computing, VoIP oder andere moderne Techniken - durch das Tagesgeschäft im IT-Systemhaus gelangen laufend die modernsten Techniken in die Erprobung.

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